organic, bio, kbA,… Baumwolle und nachhaltige Mode??!

Nachhaltige Mode hat es nicht immer leicht – vor allem, da es die Vielzahl an „öko-Labels“ für KonsumentInnen zusätzlich erschwert, nachzuvollziehen, was in Ihrer Kleidung steckt. Als Wiener Label für nachhaltige Mode ist es uns besonders wichtig, unseren Kunden mitzuteilen, wie und woraus wir Ihre Kleidung produzieren.

Die stets steigenden, enorm hohen Anforderungen an die Textil- und Bekleidungsindustrie haben es unmöglich gemacht, die vielen verschiedenen Geschäftsmodelle und Interessen sämtlicher Akteure unter einen Hut zu bringen. Somit sind auch viele verschiedene „Labels“ rund um „bio“ und „organic“ entstanden. Oftmals sind diese auch mit einem sehr großen Marketing- und PR-Budget versehen und haben nicht besonders schwierig zu erfüllenden Zertifizierungs-Anforderungen. Gerade deshalb ist es umso wichtiger, als KonsumentIn genau zu hinterfragen wie ein Label den Begriff „Nachhaltigkeit“ wirklich definiert.

 

Mode und Umwelt

Die Textilindustrie hat einen enormen Einfluss auf unsere Umwelt und ist leider auch einer der größten Umweltverschmutzer unseres Planeten. Einen wesentlichen Teil dazu trägt der konventionelle Baumwollanbau mit seinem enormen Wasserverbrauch und den eingesetzten Pestiziden und Insektiziden bei. Für die konventionelle Gewinnung von einem Kilogramm Baumwolle (ca. 1 Jeans + 1 T-Shirt) sind so ca. durchschnittlich 11.000 Liter Wasser (die Zahlen variieren je nach Anbau-Land) nötig. Chemikalien zum Färben und Ausrüsten (also den Vorgängen, um Stoffe z.B. knitterarm zu machen) der Ware werden an dieser Stelle noch nicht erwähnt.

Dennoch handelt es sich bei Baumwolle um einen der wichtigsten und am stärksten verwendeten Rohstoffe für die Textilindustrie. Die Kultivierung und Verarbeitung von Baumwolle bietet eine wichtige Lebensgrundlage für Millionen von Menschen in ca. 80 verschiedenen Ländern weltweit. Umso wichtiger, hier auf ressourcenschonendere Methoden im Baumwollanbau und in der Produktion zurückzugreifen. 

 

Anbau von Bio-Baumwolle

Beim Anbau von Bio-Baumwolle dürfen weder gentechnisch veränderte Pflanzen verwendet werden, noch dürfen chemische Spritzmittel, Pestizide und Düngemittel zum Einsatz kommen. Ausschließlich die Verwendung von natürlichen Düngemitteln ist erlaubt. Die Bauern müssen die im Bio-Anbau übliche Fruchtfolge einhalten, wodurch die Böden mehr Nährstoffe zur Verfügung haben und auch besser Wasser speichern können – somit ist der Wasserverbrauch beim Anbau von Bio-Baumwolle wesentlich geringer. Bio-Baumwolle wird händisch geerntet – es ist verboten, chemische Entlaubungsmittel, die bei der maschinellen Ernte eingesetzt werden, zu verwenden. Die Baumwoll-Bauern kommen somit nicht mit gesundheitsgefährdenden Spritzmitteln in Kontakt. Auch erzielen die Bauern bessere Preise für ihre Ware. Unabhängige Zertifizierungsstellen überprüfen die Einhaltung der vorgegebenen Standards in jährlichen Audits. Baumwoll-Produkte, die mit „kbA“ (=kontrolliert biologischer Anbau) versehen sind, stammen von kontrolliert biologischen Anbauflächen.

Allein der Begriff „Bio-Baumwolle“ gibt jedoch noch keine Auskunft darüber, unter welchen Umweltbedingungen die Weiterverarbeitung des Rohstoffs (Eingesetzte Chemikalien beim Färbeprozess etc.) stattfindet. Auch die Arbeitsbedingungen der weiteren Produktionskette werden hier nicht überprüft. 

Es gibt jedoch umfassende Gütesiegel wie z.B. GOTS oder IVN. Bei GOTS-zertifizierten Produkten wird so z.B. die Einhaltung der Arbeits- und Produktionsbedingungen entlang der gesamten Herstellungskette jährlich überprüft. Dies garantiert – neben der Materialproduktion nach den ökologischen Richtlinien – auch, dass wichtige soziale Standards für alle am Produktionsprozess beteiligten MitarbeiterInnen, wie z.B. keine Kinderarbeit, gerechte Entlohnung, Social Benefits für die MitarbeiterInnen, etc., eingehalten werden.

 

Nachhaltige Mode bei ordinary disorder

Für unsere ordinary disorder Kleidungsstücke verwenden wir ausschließlich GOTS-zertifizierte Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau. So können wir sicher sein, dass auch all jene, die einen Beitrag zur Entstehung des Textils leisten, fair dafür entlohnt werden. Da Zertifizierungen leider auch ein wesentlicher Kostenfaktor sind, sind unsere Produkte selbst jedoch leider (noch) nicht zertifiziert. Solltet ihr jedoch mehr Fragen zu unserer Produktion oder rund um das Thema Bio-Baumwolle haben – just ask! oder seht euch unsere Basic-Shirts aus kbA Baumwolle direkt in unserem Online-Shop an…

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